TV Ebern – ein „junger“ Sportverein aus Ebern im Landkreis Hassberge

Der TV 1863 Ebern e.V. ist ein „junger“ Sportverein aus Ebern im Landkreis Hassberge mit großer Tradition und einem vielfältigen Sportangebot.

Drei Punkte sind es, die den TV Ebern vor allem auszeichnen:

  1. die hervorragende Jugendarbeit
  2. das vielfältige Angebot der Abteilungen
  3. die lange Geschichte des Vereins
Logo Turnen

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Wappen TV Ebern

Wappen TV Ebern

Ganz besonders stolz ist der TV Ebern auf seine Jugendarbeit, die in allen Abteilungen mit großem Erfolg betrieben wird. Wenn der BLSV die Grenze zwischen Jugendlichen und Erwachsenen auf 26 Jahre festsetzt, dann bedeutet dies für den TV Ebern: Von den 1405 Mitgliedern des Vereins gehören 812 junge Leute dieser Altersgruppe an. Das sind fast 60 Prozent der Mitglieder. Oder setzt man  die Grenze tiefer: 49 Prozent der Mitglieder sind Kinder und Jugendliche im Alter bis zu 18 Jahren.  Die große Zahl an jungen Leuten, die dem TV Ebern angehören, sind natürlich keine passiven Mitglieder, sondern treiben alle aktiv Sport. Das heißt, dass eine sehr, sehr große Zahl an Mitarbeitern, Übungsleitern, Betreuern, Helfern nötig ist, um den Sportbetrieb für so viele Jugendliche aufrecht zu erhalten.

Von der Gründung bis heute

Am 23 Juni 1863 fanden sich junge sportbegeisterte Männer zusammen, um einen Turnverein zu gründen. Zum 1. Vorsitzenden wurde Franz Michael Bandorf gewählt, – übrigens auch der Gründer des Bürgervereins. Durch die Kriegsereignisse 1866 und 1871 konnte sich der junge Verein nur langsam entwickeln. Doch nach den Kriegswirren gelang es Bandorf die Bürger der Stadt für den Verein zu begeistern. Frauen und Mädchen der Stadt Ebern stifteten eine Vereinsfahne, die am 21. Juli 1878 eingeweiht wurde und noch heute aufbewahrt wird. Eberner Turner nahmen in den folgenden Jahren an vielen auswärtigen Turnfesten teil, in Königsberg, Coburg, Lichtenfels und Hallstadt. Auch in Ebern fanden Turnfeste statt, so das Südoberfränkische Gauturnfest am 15. Juni 1890. Die Beschaffung eines Turnplatzes war das Hauptanliegen, da auch der Turnraum im Forstersaal nur an bestimmten Tagen zu benutzen war. Trotz der eingeschränkten Möglichkeiten im Turnbetrieb nahm eine Riege erfolgreich am Gauturnfest in Forchheim im Juli 1906 teil.

Der 1. Weltkrieg unterbrach die Vereinsarbeit. In den Jahren danach kamen neue Sportarten, Faustball und Fußball, auf. Der Erwerb eines Sportplatzes war dringlich geworden. Anfang der 30-er Jahre wurde ein Teil des alten TV-Sportplatzes, des späteren „Bahndamm-Stadions“, gekauft und 1932 planiert. Beim Bayerischen Landesturnfest 1928 in Nürnberg erkämpfte sich die Männerriege im Mannschaftskampf den 1. Preis, die Faustballer wurden 1934 Kreismeister.

Der 2. Weltkrieg unterbrach die weitere Entwicklung. Nach Genehmigung durch die Besatzungsmacht konnte ab 1946 wieder Sport betrieben werden. Im Juni 1953 wurde das 90-jährige Bestehen des Vereins eindrucksvoll gefeiert. Nach Jahren harter Arbeit konnte  das vereinseigene Sportheim oberhalb des TV-Platzes im Dezember 1956 eingeweiht werden. Durch den Bau der städtischen Turnhalle 1966 erhielten auch die Turner endlich bessere Übungsmöglichkeiten. In diesem und den kommenden Jahrzehnten wurden weitere Abteilungen gegründet, die Mitgliederzahlen stiegen sprunghaft nach oben.

Durch den Brand im alten Sportheim im Juli 1988, eine Woche nach der Jubiläumsfeier zum 125-jährigen Bestehen des Vereins, war der Traditionsverein „heimatlos“ geworden. Die vielen Abteilungen waren weit verteilt und es drohte ein Auseinanderdriften.

Noch im Herbst 1988 erfolgte der 1. Spatenstich für die Sportplätze und das neue Vereinsheim. Die gelungene Sportanlage birgt neben großzügigen Außenanlagen (Rasenspielfeld, Allwetterplatz) unter Dach Kegelbahn, Gymnastikraum,  Fitnessraum, Vereinszimmer,  Gaststätte, Dusch- und Umkleideräume. Am 15./16. Juni 1991 fand die Einweihung statt.

Von holprigen Turnplätzen zum modernen Sportzentrum

Der erste Turnplatz befand sich auf dem Gelände der unteren Au, zwischen Ebern und Sandhof südlich der Neubrückentorstraße. Hier fand 1890 das 10. Südostoberfränkische Gauturnfest statt. Die damalige Vorstandschaft bemühte sich ohne Erfolg diesen Turnplatz zu kaufen.

Daher verlegten die Turner ab 1893 ihre sportlichen Aktivitäten hinauf auf den Zenthügel in der jetzigen Losbergsiedlung in der Nähe der Eisenbahnbrücke in der Gleusdorfer Straße. Durch den Bau der Eisenbahnlinie Ebern – Bamberg wurde der Verein 1896 bereits wieder verdrängt.

Um die Jahrhundertwende wurde am Turnplatz (60m x 20m) in der kleinen Allee außerhalb der südlichen Stadtmauer zwischen Grauturm und Diebsturm geübt. Noch nach dem ersten Weltkrieg wurde dieses Gelände hinter der heutigen Raiffeisen–Volksbank von den Sportlern genutzt. Hier standen einige Turngeräte, z.B. ein Reck; außerdem war schon eine Sprunggrube angelegt. Die Läufer fanden auf dem Anlagenweg von Grauturm bis zum Diebsturm eine annehmbare 100m-Bahn.

Der ständig wachsende Turn- und Spielbetrieb verlangte dringend nach einer größeren Lösung. Die Wahl fiel auf das Grundstück längs der östlichen Stadtmauer zwischen der Parkanlage und dem Bahndamm, das dem Bäckermeister Georg Nadler gehörte. Zu einem Preis von 4.000 Mark wurde der Kauf perfekt gemacht. Da das notwendige Geld nicht ausreichte, veranstaltete der unermüdliche Hans Scherer Vereinsabende und Faschingsumzüge, sodass die Kosten bald bezahlt werden konnten. Da der Sportplatz wie ein holpriger Getreideacker aussah und teilweise sumpfig war, mussten große Erd- und Planierungsarbeiten durch die Vereinsmitglieder im freiwilligen Arbeitseinsatz bewältigt werden.

Unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg wurde der TV-Platz zum Schuttablagerungsplatz herabgewürdigt. Unter der Regie des Ehrenvorsitzenden Dr. Alois Roth  richteten die Vereinsmitglieder den Platz in vielen Freizeitstunden wieder her; er wurde drainiert und eine feste Rand- und Stufeneinfassung angebracht. In den Jahren 1955/56 erfolgte dann der Neubau des schmucken Sportheimes auf der Südseite. Das „Bahndammstadion“, auf der einen Seite eingerahmt von den alten Kastanienbäumen, bot für Jahrzehnte eine besondere Atmosphäre und großartige Kulisse für die Heimspiele der Fußballer.

Auf dem Gelände der neuen Sportanlage werden seit 15 Jahren die Spiele der Jugend-, Herren- und Seniorenmannschaften im Fußball ausgetragen. Die Kegler sind auf der 4-Bahnen-Anlage aktiv, die Tischtennisabteilung bestreitet einen großen Teil des Trainings hier, die Turnabteilung hält ihre Kurse ab und in dem seit einigen Jahren eingerichteten Kraftraum können Interessierte ihre Fitness verbessern.

Der TV Ebern als Mitgestalter des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens der Stadt

Neben den zahlreichen Vereins- und Stiftungsfesten haben vor allem die Faschingsumzüge und weitere Aktivitäten das Leben in der Stadt bereichert. Bereits im Februar 1892 fand ein Maskenzug statt. Jahrzehnte später wurden große, stilvolle Faschingsumzüge organisiert: „Indianer in Ebern“; „Alt-Heidelberg“; „Beduinenzug“; „Die alten Germanen in Ebern“. Nach vielen Jahren fand 1968  noch einmal ein Umzug  unter dem Motto „Die letzten Bauern“ unter der Regie des TV statt.  Auch die Faschingsbälle des Vereins am Faschingssamstag und Rosenmontag waren lange Jahre Attraktionen des närrischen Treibens.

Gesellschaftliche Höhepunkte waren aber auch die alljährlichen Silvesterbälle des Vereins im Forstersaal; schon 1888 findet sich ein Eintrag im Protokollbuch.

Immer wieder wurden Theaterstücke aufgeführt; erstmals am 03.11.1895 für die Anschaffung eines Pferdes.

Im Forstersaal unterhielt der TV Ebern jahrzehntelang einen Kinobetrieb. Der angestrebte Gewinn aus diesem Unternehmen war für eine Turnhalle gedacht. Die Währungsreform 1948 machte aber alle derartigen Pläne zunichte. In den folgenden Jahren stand die Belastung für den Verein nicht mehr im Einklang zu den erzielten Erfolgen. Deshalb wurde der Kinobetrieb im Juni 1961 eingestellt.

Alljährlich bis in die 70er Jahre organisierte der Verein am Himmelfahrtstag die Götzwanderung, die bei Jung und Alt sehr beliebt war. Die Pflege des Wanderns in der Gemeinschaft war den Verantwortlichen des Turnvereins schon immer ein Anliegen.

Nach Fertigstellung der neuen Sportanlage an der Lützeleberner Straße veranstaltet der Verein jeweils am ersten Juliwochenende ein fröhliches Sommerfest. Alle Altersgruppen aus den verschiedenen Abteilungen bieten ein reichhaltiges und abwechslungsreiches Programm.

Die Entwicklung der Abteilungen des TV 1863 Ebern e.V.

Die Turnabteilung ist die Gründungsabteilung des Vereins. Eberner Turner nahmen immer wieder an Bayerischen und Deutschen Turnfesten erfolgreich teil. So wurde Heinrich Schmidt beim Deutschen Turnfest 1978 in Hannover als ältester Teilnehmer mit 88 Jahren und noch aktiver Turner besonders geehrt In den letzten Jahrzehnten hat sich die Familie Müller große Verdienste um die Abteilung erworben, die seit einiger Zeit einen großen Aufschwung genommen hat. Seit zwei Jahren turnt wieder eine Bubengruppe, und zum ersten Mal nach vielen Jahren nahm eine Mädchenmannschaft an einem Turnwettkampf  in Schweinfurt teil. Die Turnabteilung bietet Mutter- und Kind-Turnen,  Kleinkinderturnen (ab 4 Jahren), Geräteturnen (ab Schulalter), Frauengymnastik, Step-Aerobic, Body-Workout und Seniorenturnen. Das Neujahrsturnen, die Minitrampolinvorführungen der TV-Jump-Gruppe an den Bunten Abenden und die Schauvorführungen am Sommerfest sind Höhepunkte im Jahreslauf und begeistern die vielen Zuschauer.

Im Jahre 1922 wurde die Faustballabteilung gegründet. Bis vor wenigen Jahren nahm eine Mannschaft am Spielbetrieb teil. Heute spielen die Mitglieder aus Freude an ihrem Sport und pflegen die Geselligkeit.

Die Fußballabteilung wurde offiziell 1927 gegründet, gespielt wurde allerdings schon länger. Im Jahre 1928 pachtete der Turnverein ein Grundstück auf dem sog. „Siechanger“ von der Familie Rotenhan, das heute im FTE-Werksbereich liegt. Nach dem Krieg im Herbst 1946 wurde auf Anhieb die Meisterschaft in der Klasse III Bamberg Nord errungen. Der bisher größte Erfolg der Fußballabteilung war der Aufstieg der 1. Mannschaft in die Landesliga Nord. Heute spielt die 1.Mannschaft nach zwei Aufstiegen hintereinander in der Bezirksoberliga Oberfranken. Seit vielen Jahren betreibt die Abteilung intensive Jugendarbeit in allen Altersstufen, von der G- bis zur A-Jugend. Größter Erfolg war die Meisterschaft der A-Jugend in der Bezirksoberliga Oberfranken, die zum Aufstieg in die Bayernliga berechtigte. Im Spieljahr 2006/07 hat die Fußballabteilung 10 Jugendmannschaften, 2 Herrenmannschaften und 1 Seniorenmannschaft.

Im Jahr 1964 wurde die Schwimmabteilung gegründet. Sehr erfolgreiche Schwimmerinnen und Schwimmer machten den TV Ebern über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt. So wurde Ursula Werner, geb. Müller, 1986 Bayerische Meisterin über 50m Brust. Die Abteilung befindet sich seit ca. drei Jahren wieder im stetigen Aufwärtstrend, sportlich wie gesellschaftlich. Im Juli wurden in Ebern die Unterfränkischen Freibad-Meisterschaften 2006 ausgetragen. Die gelungene Organisation dieses überregionalen Ereignisses brachte der Abteilung viel Lob ein. Ohne die zahlreichen aktiven Eltern allerdings wäre es nicht möglich, einen so großen Wettkampf auszurichten.

Im Herbst 1972 wurde die Volleyballabteilung gegründet, nachdem der Sport durch die Olympischen Spiele in München sehr populär geworden war. Herausragende Veranstaltungen fanden 1977 und 1978 in Ebern statt: Juniorenländerspiele, Spiele des Sprungcups, an denen die Männernationalmannschaften aus Österreich, Frankreich, Schweiz und Deutschland teilnahmen. Ein weiterer Höhepunkt war 1978 das Länderspiel Bayern–CSSR. Aushängeschild ist die Damenmannschaft, die bis in die Bayernliga aufstieg. Neben dem normalen Spielbetrieb werden ein Freizeitturnier im Mai und das Buff-Dull-Turnier im September abgehalten.

Als 1977 die Dreifachturnhalle eingeweiht worden war, baute der Schulleiter des Gymnasiums, Klaus Vierbücher, eine Handballabteilung auf. Höhepunkt in der Geschichte der Handballabteilung war die Erringung der Bayerischen Meisterschaft 1982 durch die männliche C-Jugend. Die Männermannschaft schaffte zweimal den Aufstieg in die Landesliga. Das herausragende Ereignis war der Besuch der russischen Nationalmannschaft 1990 in Ebern. Höhepunkt im Handballjahr ist das Grauturmturnier im Juli am Wochenende des Altstadtfestes. Ganze „Handballfamilien“ nehmen aus der näheren und weiteren Umgebung daran teil. Die Handballabteilung geht mit 7 Mannschaften in die Saison 2006/07.

Im August 1979 gründeten 15 Aktive die Tischtennisabteilung. Seitdem wurden zahlreiche Meistertitel gesammelt. Die Abteilung zählt zu den erfolgreichsten Vereinen im Kreis Hassberge. Die Herren 1 spielte sich bis in die 2. Bezirksliga durch und die Jugend gehörte einige Jahre der Bayernliga an. Die Tischtennisabteilung zeichnete sich immer wieder als Turnierausrichter aus. Neben vielen Turnieren auf Kreisebene wurden auch einige Verbandsturniere (z.B. Bayernschild, Verbandsranglistenturnier) ausgerichtet. Für die bestens organisierte und gelungene Ausrichtung der Bayerischen Minimeisterschaften erhielt die Abteilung von allen Seiten höchstes Lob.

Im Mai 1983 wurde die ambulante Koronargruppe gegründet. Die Übungsstunde wird ärztlich überwacht, dient der Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und soll den Teilnehmern wieder Zutrauen und Sicherheit geben. Unter Anleitung des Übungsleiters wird nach Gymnastik und Aufwärmen ein Herzkreislauf-Ausdauer-Programm durchgeführt.

Die Schachabteilung des TV Ebern wurde im Juli 1985 als Nachfolgerin des Schachclubs der VHS Ebern ins Leben gerufen. Herausragende Ereignisse waren der Gewinn der Mannschafts-Blitzmeisterschaft des Schachkreises Bamberg 1985 und 1987. Heuer wurde nach vielen Jahren Pause wieder eine B-Mannschaft für den Spielbetrieb gemeldet. Die 1. Mannschaft zählt zu den Aufstiegskandidaten; inzwischen trägt auch die Jugendarbeit Früchte.

Die zweitjüngste Abteilung in der großen Turnerfamilie sind die Kegler, nach Fertigstellung der Kegelbahn 1990 gegründet.Bei Kreiseinzelmeisterschaften und in den Verbandsrunden erzielen die Eberner Keglerinnen und Kegler ausgezeichnete Ergebnisse. Auch der Nachwuchs wird intensiv und sehr erfolgreich gefördert. Ein Höhepunkt im Jahr sind die offenen Eberner Stadtmeisterschaften im Sommer; aber auch im gesellschaftlichen Bereich sind die Kegler sehr aktiv: Wanderungen, Zeltlager, Sommerfest usw. Mit der Rekordzahl von 11 Mannschaften geht die Abteilung in die neue Saison.

Durch verschiedene Kurse, wie Aqua-Fitness, Step-Aerobic, Body-Workout, Gymnastik, Rücken-Fit wird das Sportangebot im Verein ständig erweitert. Als jüngste Abteilung konnte im Jahr 2011 nun die Sportart Basketball gewonnen werden. Diese wird u.a. tatkräftig von den Brose Baskets Bamberg unterstützt.