Ausstellung im Heimatmuseum – 150 Jahre TV 1863 Ebern

Gemeinsamer Blick zurück

Grandioser Beginn im Jubiläumsjahr für Eberns größten Verein: Die Sonderausstellung „150 Jahre TV Ebern“ im Heimatmuseum zieht die Besucher in Scharen an. Sie ist noch bis zum 26. Mai zu sehen.

Das Heimatmuseum Ebern hat zu seiner ersten Sonderschau in diesem Jahr eingeladen – und über 100 Besucher kamen gleich am Sonntag. Der Grund: Der TV Ebern, mit rund 1500 Mitgliedern der größte Verein der Stadt präsentierte sich zu einem 150-jährigen Bestehen. Mit dabei sind die historische Fahne, zahlreiche Pokale und Auszeichnungen und Typisches aus den Gruppen. Neben den weißen Kegel aus der Kegelabteilung liegen die Trikots der Handballer da. Auch ein echtes altes Turnpferd ist aufgebaut und eine Szenerie erinnert an den schlimmen Brand im alten Sportheim am heutigen Wohnmobilstellplatz.

150 Jahre TV Ebern - Ausstellung im Heimatmuseum Ebern

150 Jahre TV Ebern – Ausstellung im Heimatmuseum Ebern

Und natürlich gibt es Fotos, Massen an Fotos. Der TV Ebern hat ein großes und gut geordnetes Archiv. Stefan Andritschke, Vorstandsmitglied im Heimatmuseum, hat sie alle gesichtet und die interessantesten zusammengestellt. Rund vier Wochen war er mit dem Aufbau der Schau beschäftigt. Er sagte, „es sind noch so viele schöne Bilder da, dass ich die Ausstellung wohl bis zum 26. Mai mehrfach umgestalten werde.“ Außerdem kommen noch neue Fotos hinzu. TV-Vorsitzender Karl-Heinz Krebs rief bei der Eröffnung alle Mitglieder auf, nochmal in ihren privaten Alben zu blättern und wichtige Bilder zur Verfügung zu stellen. „Ich rechne damit, dass da noch einiges kommt“, war sich Andritschke sicher. Museumsleiter Ingo Hafenecker freute sich über die gelungene Schau. Die Idee, dass Eberner Vereine zusammenarbeiten und so gemeinsam zum Beispiel eine Ausstellung auf die Beine stellen, „sollte Schule machen“, fand er. Er dankte diesmal auch zwei Kindern, Fabian und Isabell Andritschke hatten ihrem Vater tatkräftig mitgeholfen, die Schau aufzubauen. Schreinermeister Andreas Remshard hatte extra Puppen aus Holz angefertigt, um die Vereinskleidung gut zeigen zu können.

150 Jahre TV Ebern - Ausstellung im Heimatmuseum Ebern

150 Jahre TV Ebern – Ausstellung im Heimatmuseum Ebern

Karl-Heinz Krebs ging vor allem auf die große Geschichte des Vereins ein. Er zitierte aus den Aufzeichnungen, die zum Jubiläum im Jahr 1925 angefertigt worden waren. 50 Jahre feierte der Verein damals, obwohl die eigentliche Gründung 1863 ein bisschen im Nebel liegt. Schwierige Zeiten waren das damals, mehrere Kriege gab es kurz hintereinander und der Bürgermeister war als Abgeordneter oft nicht da. Aber Michael Bandorf, der damalige Motor und späteres erstes Ehrenmitglied, ließ nicht locker und schaffte es doch, dass der Verein angemeldet wurde, berichtete Krebs. Bandorf war es auch, der den ersten Bürgerverein in Ebern ins Leben rief und so kam auch schon hier eine historische Zusammenarbeit, wie jetzt mit der Ausstellung auch wieder, zustande.

150 Jahre TV Ebern - Ausstellung im Heimatmuseum Ebern

150 Jahre TV Ebern – Ausstellung im Heimatmuseum Ebern

In den 20-er-Jahre begann man auch damit, eine Damen-Turnabteilung aufzubauen. Zur 50 Jahr-Feier sollten die ersten Teilnehmerinnen in einem leichten Fünfkampf an den Geräten nicht zu schwierige Übungen zeigen, um Nachwuchs zu gewinnen. Aber „die Teilnehmerinnen dürfen ihre Röcke erst direkt am Turnplatz ablegen. In Hosen herum zu laufen ziemt sich nicht“, zitierte Krebs. Anordnungen, die heute selbst die ältesten Besucher zum Schmunzeln brachten. Inzwischen gibt es neben dem Turnen die großen Abteilungen Fußball, Handball, Kegeln und Schwimmen. Sie alle präsentierte Andritschke in eigenen Ecken. Er stellte auch eine Tafel mit Geschichte und Geschichten um Eberns bedeutendsten Verein zusammen.

Bürgermeister Robert Herrmann erinnerte sich an den Umzug zur 100-Jahr-Feier: „Ich war damals ein Bursche von 14 Jahren, und wir bekamen alle weiße Keilhosen an, die unten am Bein nochmal fest gemacht wurden, damit wir richtig zackig aussehen“, erzählte er. Dann sei er losmarschiert, das Turnerlied auf den Lippen: „Turner auf zum Streite, tretet in die Bahn.Kraft und Mut geleite, uns zum Ziel heran.“ Damals habe er gedacht, so Herrmann schmunzelnd, die erste Strophe hätte mit dem „Streits Garten“, in dem man damals oft seine Übungen machte, zu tun. Vielmehr geht es aber um den Wettkampf und das Messen der Kräfte – und mit eben diesem Turnerlied endete dann auch die Ausstellungseröffnung.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung
Zeitungsbericht vom 04.03.2013 der Neuen Presse; Artikel von Claudia Baumgärtner

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